50 Jahre und eine Neugeburt

Aktuelles 

Wir renovieren seit Sommer 2014 die Gemeinderäume!

Langsam gibt es einiges zu sehen. Die Toiletten strahlen in neuem Glanz.

Der Gemeindesaal hat einen neue Steinfußboden (Juramarmor), neue Lampen und Vorhänge.

Saal neu Vorhänge

Auch die Küche ist bereits eingebaut. Sie soll noch ein Buffet bekommen, das sie zum Saal hin abtrennt.

Küche neu

Die Gesamtmaßnahme wird gemeinsam mit dem Kirchenbauamt geplant und durchgeführt. Viele Arbeiten werden von Ehrenamtlichen Helfern in Eigenarbeit erledigt. Wer mitmachen will meldet sich bitte bei Pfarrer Staude.

 Als weitere Maßnahmen stehen an: Einbau eines Plattformtreppenliftes vom Garten in das Untergeschoß. Dafür wird später auch der Durchgang von der Straße neu konzipiert.

Reinigung der Lichtschächte und Neugestaltung.

Erweiterung der Terrasse und neue Gartengestaltung.

 

Spenden

Die bisher eingegangenen Spenden für den Neubau werden für die nunmehr vorgesehene Renovierung des Gemeindezentrums an der Echinger Straße verwendet. Auch hierfür benötigen wir einen größeren Betrag. Wir wären Ihnen deshalb dankbar, wenn Sie uns auch weiterhin mit Ihren Spenden bedenken würden. Dafür stellen wir selbstverständlich steuerabzugsfähige Bescheinigungen aus. Wir bedanken uns schon jetzt für jedes Spende.

Finanzieller Status der in Kooperation mit dem Kirchenbauamt durchzuführenden Maßnahme

             

       Finanzbedarf        Euro 75.000

    Spendenstand      Euro 71.369

  

Historie  

Im Jahr 2011 feierte die Nikodemuskirche ihr 50jähriges Kirchweihfest. Ein historisches Ereignis, das uns zugleich optimistisch in die Zukunft unserer Gemeinde blicken ließ. Denn wir planten  einen Neubau - eine Neugeburt  - von Kirche und Gemeindezentrum.

Ergebnis der Zukunftskonferenz im März 2008: Die Gemeinde hat Zukunft, weil die Gemeinde in vielfältiger Weise aktiv ist, weitere neue Wohngebiete neue Gemeindemitglieder bringen werden, die Aktivitäten in der Echinger Straße gebündelt werden, die Finanzierung durch den Verkauf der Liegenschaft in der Rheinlandstraße finanzierbar erscheint.

Wegen der Bedeutung dieses Vorhabens fand am 23. Febr. 2010 eine Gemeindeversammlung der Kirchengemeinde statt, die ein klares Votum für das Projekt Neubau aussprach.

Im März 2010 befürwortete der Kirchenvorstand den Verkauf des Grundstücks Rheinlandstraße zugunsten eines zukunftsfähigen, ökonomischen Neubaus.

Im Jan. 2011 gab das Kirchenbauamt grünes Licht für einen Architektenwettbewerb zum Neubau des Gemeindezentrums.

Im Okt. 2011 beschließt der Kirchenvorstand einstimmig, der einstimmigen Empfehlung des Preisgerichtes zu folgen und der Gesamtkirchengemeinde vorzuschlagen, den ersten Preisträger des Architektenwettbewerbs (Architekten Drescher und Kubina) mit der Ausführung des Kirchenneubaus zu beauftragen.

Im April 2013 haben die Planungen für die Umsetzung des Preisträgerentwurfs ergeben, dass das Projekt in seinen finanziellen Dimensionen die gegebenen Möglichkeiten bei weitem überschreiten. Der Kirchenvorstand hat deshalb am 29. April 2013 folgendes beschlossen:

1. Die Nikodemusgemeinde nimmt Abstand vom Preisträgerentwurf

2. Die Nikodemusgemeinde hält dennoch an dem Ziel fest, passende Gemeinderäume und die Pfarrwohnung mit dem  Amtsbereich zentral an die Kirche zu legen

  • Erhalt der bestehenden Kirche und Umbau / Sanierung des Bestandes (Start: Frühjahr 2014).
  • Bau der Pfarrwohnung auf dem Kirchengrundstück oder Kauf eines geeigneten Objektes in unmittelbarer Nähe.

 

Die Bautragödie 

Information von Pfarrer Manfred Staude


Es ist an der Zeit, dass Sie als Gemeinde von mir genauer informiert werden über die unglückseligen Entwicklungen unseres Bauprojektes. Ich schicke voraus: Die Zusammenhänge und Vorgänge sind schwierig nachzuvollziehen für Menschen, die die komplexe und problematische Entscheidungsstruktur der Evangelischen Kirche in München nicht von innen her kennen. Die Kirchengemeinde Nikodemus ist rechtlich nicht Eigentümerin ihrer Kirche und ihres Pfarrhauses. Deshalb werden alle uns betreffenden Entscheidungen von der Dekanatssynode des gesamten Dekanatsbezirkes München getroffen. Wir können Vorschläge machen, Wünsche äußern, Anträge beschließen und zu Vorhaben des Dekanatsbezirkes an unseren Gebäuden unsere Zustimmung geben oder sie verweigern. Eine weitere Instanz ist die Ebene der Landeskirche, bei der der Dekanatsbezirk München seine Bauvorhaben beantragen und kirchenaufsichtlich genehmigen lassen muss. Dies ist eine mitunter sehr verzögernde, in unserem Fall leider inzwischen lähmende Rechtslage. 2008 machte der Kirchenvorstand der Nikodemuskirche den Vorschlag an die kirchlichen Gremien, das Pfarrhaus am Englischen Garten zu verkaufen und dafür die unzweckmäßigen Gemeinderäume an der Kirche von Grund auf neu anzulegen und dort auch die Pfarrwohnung und das Pfarramt neu zu bauen. Damit hätte die Gemeinde dort einen lebendigen Mittelpunkt anstelle der bisherigen Zerstückelung gehabt. Und das Ganze sollte nach Vorstellung des Kirchenvorstandes kostenneutral erfolgen. Diese Idee fand Unterstützung auf allen kirchlichen Ebenen. In einem Beratungsprozess mit allen Mitarbeitern der Gemeinde unter Anleitung des Amts für Gemeindedienst ergab sich der Wille der Gemeinde zum Fortbestand, die Priorität dieses Bauvorhabens für die Gemeinde. Die Argumente der Gemeinde für eine zukünftige Eigenständigkeit wurden von  den übergeordneten kirchlichen Entscheidungsträgern akzeptiert. Die geplante Maßnahme wurde dann sogar zu einem Modellprojekt im Immobiliensicherungsprozess der Landeskirche erklärt: Eine Gemeinde trennt sich von einer ihrer beiden sanierungsbedürftigen Immobilien, sichert die andere damit und gewinnt insgesamt ein Zentrum und Attraktivität. Schweren Herzens ließ sich der Kirchenvorstand von den kirchlichen Baufachleuten überzeugen, dass der Plan nur ausführbar wäre mit Abriss der bestehenden Kirche. Auch wurde uns gesagt, Abriss und Neubau wären kostengünstiger als ein Umbau. Dann stimmte der Kirchenvorstand dem Vorschlag der kirchlichen Baufachleute zu, einen Architektenwettbewerb durchzuführen und die Kirchengemeinde hatte sich an den Kosten dafür zu beteiligen, die mit den späteren Baukosten verrechnet werden sollten. Der erste Preis dieses Wettbewerbs wurde vom Kirchenvorstand und allen kirchlichen Gremien für hervorragend geeignet befunden und die Ausführung wurde mit konkretem Zeitplan in Aussicht gestellt. Das Wettbewerbsergebnis wurde auch bei der Stadt München ausgestellt und in der Presse als sehr positiv und als zukunftsweisend gewürdigt. Unserem Kirchenvorstand waren Kosten in Höhe von ca. 2,3 Millionen genannt worden, die sich noch etwas erhöhen könnten. Die geplante Stahlbetonbauweise wurde uns als kostengünstig geschildert. Die Finanzierung erschien möglich, noch dazu, weil die Landeskirche einen Zuschuss aus Sondermitteln in Aussicht stellte. Das kirchliche Bauamt gab mit Beschluss der dekanatlichen Gremien die Genehmigungsplanung durch den Architekten in Auftrag. Als die Genehmigung durch die Stadt München beantragt werden sollte, stellten die Dekanatsgremien fest, dass die Bausumme auch bei sparsamster Bauweise nicht unter 4,2 Millionen liegen würde. Daraufhin stoppte die Dekanatssynode das Vorhaben, ohne dass eine Baugenehmigung des Stadt München beantragt wurde. Von der Problematik der sparsamsten Bauweise abgesehen, konnten unserer Gemeinde die erheblich höheren Baukosten nicht hinreichend erklärt werden und selbst bei optimistischer Sichtweise sah unser Kirchenvorstand keine Möglichkeit, die Finanzlücke zu schließen. Unser Kirchenvorstand stellte fest, dass die Kosten explosionsartig um 50% gestiegen sind ohne schlüssige Erklärung. Er hält es für nicht mehr an der Zeit und unangemessen, ein Objekt für 4-5 Millionen zu errichten, hielt aber noch am Ziel fest, an der Kirche die Gemeinderäume zweckmäßig umzubauen und die Pfarrwohnung mit dem Amtsbereich zentral an die Kirche zu legen. Nun hat eine neue Planung begonnen, die uns allerdings hinter den Beginn vom Jahre 2008 zurückwirft und bisher keine Gesamtlösung in akzeptabler Zeit erkennen lässt. Unseren Kirchenvorstand und mich hat das schleichende Ende der vielversprechenden Ideen sehr enttäuscht, doch wir müssen es nun realistisch sehen und das Beste daraus machen. Der Planungsstopp hat uns möglicherweise vor einem Finanzdesaster und weiteren Enttäuschungen bei der Ausführung bewahrt. Nun ist umso stärker die Eigeninitiative der Gemeinde gefragt. Für uns ist jetzt Stand: Die Nikodemuskirche bleibt so bestehen, wie sie gebaut wurde. Auch gegen den Verkauf des Pfarrhauses hat sich der Kirchenvorstand aufgrund der neuen Lage ausgesprochen. Wir als Pfarrfamilie wollen und werden im Pfarrhaus in der Rheinlandstr. weiterhin wohnen, das Zeitfenster für einen Verkauf kann nicht für immer geöffnet bleiben, zumal der Anteil am Verkaufserlös für unsere Gemeinde bislang von den Dekanatsgremien nicht zugesichert wurde. Ich danke für alle Solidarität und Geduld in unserer Gemeinde. Die schwer nachzuvollziehenden Entwicklungen sind trotz guten Willens auf allen Ebenen offenbar durch die kirchliche Struktur bedingt und werfen auch die Frage nach der Verlässlichkeit und Verantwortung in der Kirche auf.
Für unsere Gemeinde steht jetzt als Alternative zum offenbar nicht realisierbaren Neubauvorhaben an: Eine neue Heizung für alle Gemeinderäume, bessere und
behindertengerechte Zugänge für die Gemeinderäume, Erneuerung der Sanitäranlagen, Umbau im Bestand zur sinnvolleren Nutzung von Räumen und Kirche, bessere Zugänglichkeit des abgeschnittenen Gartens, Ersatz der verbrauchten Möbel, Generalüberholung der Orgel. All die angesparten Spenden und Mittel werden wir dafür zweckentsprechend verwenden. Wir sind auch bereit, selbst Hand anzulegen und Arbeiten in Eigenregie durchzuführen. Dazu ist uns jede Hilfe sehr willkommen.