Gedichtpredigt zur Bestattung von Manfred Rögelein, der fast 30 Jahre bei den Fußballspielen des FC Bayern für die Fans Trompete geblasen hat

Lieber Manfred Rögelein,
begonnen hat dein Leben klein.
War wohl auch Leid und das hat niemand gern,
Und erst schien alle Hilfe fern.
Doch Jesus ist klein für die Kleinen gekommen,
richtet sie auf, hat ihnen die Lasten genommen.
Gott macht die Kleinen gross und die Grossen klein,
da gibts keine Privilegien, so muss das sein.
Gott macht aus Klein-Manni eine führende Gestalt,
fast ein König im Jubel, Gegner verloren den Halt.
Ich habe für Manni das rechte Wort entdeckt,
es hatte sich im 20. Psalm versteckt.
Galt ursprünglich einen König, dem Sieg geschenkt,
und natürlich werden die Fahnen geschwenkt.
Das passt doch für den Manni, er hat viel geschafft,
animierte die Fans, der Gegner wird verlacht.
Die Fans machten durch ihn den FC Bayern mit groß,
mit Manni war im Stadion immer was los.
Deshalb heißt es im Psalm 20, Vers 6 von mir bezogen auf Manfred Rögelein und den FC Bayern und die Fans: "Wenn Gott, der Herr, dir den Sieg geschenkt hat, werden wir vor Freude jubeln und im Namen unseres Gottes die Fahnen schwingen. Der HERR erfülle alle deine Bitten!"
Es sind viele Siegesbitten in Erfüllung gegangen,
dem FC Bayern ist der Erfolg fast magisch angehangen!
Manni hat sehr früh mit Fußball aktiv angefangen,
1400 Mark konnte man bald für ihn verlangen.
Rechnen das war auch eine seiner großen Gaben,
so konnte er mit 18 schon einen gelben Manta haben.
Mit Gitarre und Gesang fing er damals begeistert an
Und Heino wurde sein leidenschaftlich imitierter Schlagermann.
So tastete er sich langsam an die Trompete ran.
Auch Kirchenlieder liebte er sehr, der Manni-Mann.
Zum Pflanzengärtner wurde er beruflich gemacht,
ich kann auch Fans pflegen, dacht er, wär doch gelacht!
Sein zielstrebiger Wille war immer klar ausgeprägt,
selbst schon todkrank hat er auf Würde Wert gelegt,
auch seinen Abschied berechnet, souverän im Sterben,
um das Beste im Übel noch zu erwerben.
Schon als Kind sprach er, hartnäckig und stur, ihr werdet es sehen:
Zum FC Bayern nach München werde ich gehen!
Fußball zu schauen,
hilft Stress abzubauen.
Ungestraft Arschloch zu brüllen,
Emotion einmal nicht zu verhüllen,
ist ja auch gar nicht böse gemeint,
nach dem Spiel sind wir wieder friedlich vereint.
Es war seine Vision nach München zum FC Bayern zu gehen,
und plötzlich war er in Bad Oeynhausen nicht mehr zu sehen.
War dort spurlos verschwunden, nicht mehr gefunden,
und irgendwann drehte er in München die Runden,
spielt bald auch Fußball hier in oberer Liga
und auch sein Traum erfüllt sich, ach nee, sieh da!
In den Achtziger Jahren, keiner weiß es, irgendwann,
War der Manni ein Stammgast in der Südkurve dann.
Er hat bald 30 Jahre kein Spiel der Bayern ausgelassen.
Es wäre ihm Sünde gewesen, ein Spiel zu verpassen.
Ein Ticket - unglaublich- gabs für 2 Mark noch an der Tageskasse.
Im Oly-Stadion wars auch mit 9000 Zuschauern klasse!
Unbürokratisch und ungehindert hat Manni damals Innovatives begonnen
und mit Trompetenklängen das Herz der Bayernfans gewonnen.
Die ersten Klänge müssen schrecklich gewesen sein,
doch mit der Zeit traf Manni die Töne sehr fein,
hat Verse getextet, die Stimmung gehoben,
und die Fans zu einer Gemeinde verwoben.
Trompete spielen hat er sich selber gelehrt,
50 Mark die Stunde, das fand er verkehrt.
Er hat sein Instrument einmal an der Wiesn tönen lassen,
klang wie ein Einsatzwagen der Polizei, kaum zu fassen,
der Verkehr stand still, damals war noch Respekt,
Manni lachte sich eins und ward nicht entdeckt.
Auch hat er sich einen Lieferwagen angeschafft
und damit Illegale Transporte vollbracht.
Spieler und Fans hat er im Laderaum verfrachtet
und nicht auf straßenverkehrliche Vorschrift geachtet.
Der Tod macht auch frei, nichts kann mehr geschehn,
und damals hat es auch keiner gesehn.
Der liebe Gott ist nicht so kleinlich,
zu viel Korrektheit ist ihm peinlich!
Manfred Rögelein hatte ein gutes Herz
wir lieben ihn, sein Tod bereitet uns Schmerz.
Sein Stehplatz im Olympiastadion war heilig für ihn,
zur Anzeigetafel und den Kuttenträgern zogs ihn hin.
Ein offizieller Auftrag, ein Flug nach Mailand gar,
O Nein, sagt Manni, ich bin mit den Fans bei der Schar.
Und waren die Bayern richtig vornedran,
dann fing auch Manni mit der Trompete an.
Dann war es für ihn die allerhöchste Zeit
den Gegner zu verspotten mit dem letzten Geleit.
Und für die Bayern gings besser aufwärts,
wenn Manni für sie spielte mit Klang und Herz.
Nur langsam durfte das Spiel nicht sein,
"Tempo wie eine Schnecke", rief er , gar nicht fein.
Manni vertrug sich mit Fans, welcher Art auch immer
egal, wie geprägt, es störte ihn nimmer.
Nackt trompetet er zur Meisterschaft im Olympiasee,
nur der Umzug in die Allianzarena tat ihm etwas weh.
Das Flair mitten in der Stadt, das war nun dahin
der neue Bau schien steril, für ihn kein Gewinn.
Das verriet er dem Julian, der ihn zum Olympiasee brachte,
und ihm in Krankheit noch viel Spielfreude verschaffte.
Denn vor Jahren fehlte den Fans der Trompetenklang,
der Manni, der mit ihnen so siegesgewiß sang.
In Truderings Gartenstadt beim dortigen SV
erfuhren Gregor und Julian von der Krankheit genau.
Dort war der Manni auch als Trainer mit aktiv,
beim SV Gartenstadt wo was für Kind und Jugend lief.
Nun hat ihm die tückische Krankheit unaufhaltsam immer mehr genommen,
doch er hat die letzten Jahre auch ganz viel Hilfe und Liebe geschenkt bekommen.
Evangelischer Pflegedienst und Nachbarschaft haben für ihn Familienstelle übernommen.
Von den Pflegern und Pflegerinnen unglaublich lieb betreut,
hat er den Wechsel in die Max-Bill-Straße niemals bereut.
Der Nachbarchor kam international spontan zustande,
sang draußen die schwarze Barbara auf freiem Lande.
Eine Nachbarin hat zwar die Polizei alarmiert,
doch die lachte nur und fühlte sich deplaziert.
Selbstverständlich hat Manni seine Bibel mitgenommen,
und auch besten kirchlichen Kontakt bekommen.
In die Nikodemuskirche hat ihn Sieglinde geführt,
die Weihnachtslieder haben ihn zu Tränen gerührt.
Zuletzt hat er gebetet, empfing Segen und letztes Geleit,
zum Sterben war er nach langem Kampf dann bereit.
Sein Leben war am Ende doch eine große Qual,
doch auch schön mit Zeichen der Liebe ohne Zahl.
Julian hat ihn noch oft geholt und wieder gebracht
sogar noch ganz spät in der dunklen Nacht.
Im Stadion hat sich Manni noch erhoben, stand eine viertel Stunde
und schaute stolz in der Arena auf seine Südrunde.
Ein letzter Kraftakt, wir verstehen nicht das Leid, das Warum,
für die Wege Gottes sind wir zu klein und zu dumm.
Und dennoch, die da Leid tragen, sind verankert im Glauben,
Jesus ist bei ihnen, niemand kann ihnen die Hoffnung rauben.
Jesus besiegte ja sogar den Tod.
Der Tod ist nicht mehr die größte Not,
weil nach Karfreitag Ostern kam,
und uns die Furcht vor dem Tode nahm.
Wir werden in Ewigkeit in Freude jubeln und singen
und im Namen unseres Gottes Fahnen schwingen.
Du, Manfred Rögelein: "Weil Gott, der Herr, dir den Sieg geschenkt hat, werden wir vor Freude jubeln und im Namen unseres Gottes die Fahnen schwingen. Die FC Bayern Fahnen und auch die Fahnen des Glaubens. Der HERR erfülle alle deine Bitten!"
Viele seiner Siegesbitten um Sieg für die Bayern wurden erfüllt,
die letzte Erfüllung seines Lebens aber ist jetzt noch verhüllt.
Leid und Schmerz trüben uns noch den Blick auf die Ewigkeit,
doch einmal ist es wie mit Manni auch mit uns soweit.
Dann können wir das Reich Gottes klar erkennen,
und müssen es nicht mehr ein Rätsel nennen.
Und Hingabe an Fußball und Sieg der angehimmelten Mannschaft
sind integriert in Gottes unfassbar strahlender Siegeskraft.
Drum lasst uns den Allerhöchsten anbeten in seiner Macht,
denn seine Liebe hat für uns den Sieg über den Tod gebracht. AMEN.