Reimpredigt Estomihi 2018 zu Amos 5, 21-24

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Estomihi 2012 – gereimte Predigt von Manfred Staude zu:

 

Amos 5, 21-24 Der äußerliche Gottesdienst tut's nicht

 

So spricht der HERR: 21 Ich bin euren Feiertagen gram und verachte sie und mag eure Versammlungen nicht riechen. 22 Und wenn ihr mir auch Brandopfer und Speisopfer opfert, so habe ich kein Gefallen daran und mag auch eure fetten Dankopfer nicht ansehen. 23 Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht hören!24 Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.

 

 

 

Geliebte, Ihr seid zur Kirche gekommen

 

und habt Gottes Wort aus der Bibel vernommen.

 

 

 

Gottes Geist möchte uns Verstehen schenken

 

und Hände und Füße zur Liebe hin lenken!

 

 

 

Aber vielleicht sind wir erst einmal erschrocken,

 

denn die Gottesworte wollen uns heute gar nicht locken!

 

 

 

Amos der Prophet überbringt uns Gottes eigene Worte

 

und die haben es in sich, sind von anklagender Sorte.

 

 

 

Gott spricht heute nicht wie der liebe nette Gott.

 

Er schimpft und hält die Gottesdienste für einen Spott!

 

 

 

Gott liebt nicht, was seine Leute für ihn zelebrieren.

 

Er sagt, es sollte was ganz anderes passieren!

 

 

 

Was so feierlich wirkt in den Kathedralen

 

womit die Bischöfe und Priester prahlen,

 

 

 

wohin die Frommen zu Millionen strömen

 

darüber denkt Gott: Die woll`n mich verhöhnen!

 

 

 

Und wenn sie noch so fette Spenden und Opfer bringen,

 

Gott ekelt es an und ihn stört auch das Singen.

 

 

 

Nun mag es sein, dass Gottes Kritik uns gar nicht beschwert,

 

denn unsere Spenden sind oft gar nicht der Rede wert.

 

Unsere Opfer sind gar nicht so fett,

 

und eigentlich sind wir doch ganz nett!

 

 

 

Und Tiere opfern wir lange schon nicht mehr für Gott.

 

Vielmehr helfen wir gerne allen Tieren in Not.

 

 

 

Für Tierschutz spenden Viele viel mehr als für die Religion,

 

sie zahlen auch keine Kirchensteuer mehr vom fetten Lohn.

 

 

 

Zu Amos Zeiten war das total andersrum,

 

heute finden die Leute sowas sehr dumm

 

 

 

Im Tempel roch es damals wie auf der Party am Grill.

 

Schaf und Kuhfleisch bruzzelte, sie dachten, dass Gott es will.

 

 

 

Das geopferte Fleisch war den Leute dann ein feiner Schmaus,

 

Und sie dachten, jetzt gehn wir von Sünden befreit nach Haus.

 

 

 

Die heutigen Leute denken nicht mehr dran für Gott ein Opfer zu machen,

 

dass Gott für ein Opfer helfen sollte, reizt sie vielmehr zum Lachen.

 

 

 

Doch gebt Acht, da gab es doch tatsächlich einen Dieb,

 

wisst ihr, wohin es ihn nach dem Diebeszug trieb?

 

 

 

Er ist nach der Tat zuerst in die Kirche gerannt

 

und hat Gott auf seinen Knien gedankt

 

 

 

Um mehr Erfolg für seine Diebestouren hat er gefleht.

 

Wie es Gott wohl mit so einer Bitte geht?

 

 

 

Doch nun wollen wir uns wieder zurück in die Zeiten des Amos bewegen,

 

da waren sehr Viele für Gott nur Diebe und wollten dennoch den Segen

 

 

 

Formal haben die Leute die Gesetze zwar eingehalten

 

sie hatten aber Talent, das Recht so zu gestalten,

 

 

 

dass die Reichen immer reicher geworden sind,

 

und Arme immer ärmer, nun, es weiß jedes Kind,

 

wie erfinderisch beim eigenen Vorteil die Menschen sind.

 

 

 

Die Gier kennt kein Ende, man will immer noch mehr,

 

die Armen verlier`n alles und es schmerzt sie sehr.

 

 

 

Sie achten kein Recht mehr , ruft der HERR ins Getümmel:

 

Gewalttat und Raub in den Palästen stinken zum Himmel.

 

Ihr Frauen seid fette Kühe, in Samaria, der Stadt auf dem Berg,

 

Ihr schindet die Armen aufs Blut, scheut keine Gewalt, tut böses Werk.

 

 

 

Und dann kommt ihr zusammen zu feiern auf einem Haufen

 

und sprecht zu euren Herren: Bringt her, lasst uns saufen!

 

 

 

Ihr hasst die Richter, die nach dem Recht der Armen fragen

 

und verabscheut die, die die Wahrheit sagen.

 

 

 

Für die Armen wird das Wohnen und Essen zu teuer,

 

und ihr verlangt von ihnen auch noch viel Steuer.

 

 

 

Immer mehr ist korrupt in Eurem anständigem Land,

 

Bestochene und Verbrecherbanden arbeiten Hand in Hand.

 

 

 

Das ist doch nicht nur vor Jahrtausenden geschehn,

 

haben wir das nicht auch hier und heute gesehn?

 

 

 

Der Mensch hat sich im Laufe der Zeiten wohl doch nicht gebessert

 

und hat immer wieder das Recht und die Gerechtigkeit verwässert

 

 

 

Die Ursünde ist das Streben nach Macht und nach Geld

 

und das geht immer weiter, solang sie noch steht, die Welt.

 

 

 

Die Gier nach dem Geld, so weiß es schon der Bruder des Herrn, Jakobus

 

Ist die Wurzel von allem Üblen hier auf unserem Globus.

 

 

 

Gott hat deutlich seinem Volk die Wahrheit gesagt

 

und hat die Kritik nicht zaghaft vertagt.

 

 

 

Doch weil die Leute heute gar nicht erst in die Kirche kommen,

 

haben sie Gottes drohende Worte gar nicht mehr vernommen.

 

 

 

Aber wir wenigen Treuen, sollten wir denn nicht gelobt werden

 

als kleine wahrhaftige Gemeinde Gottes hier auf der Erden?

 

 

 

An der kleinen Herde hat Gott doch Wohlgefallen,

 

an uns, die ab und zu in die Kirche wallen.

 

 

 

Wir schwimmen ja nicht mit den Strom und nicht mit Extremisten

 

wir haben noch ein Herz für Fremde, Arme, sinnen nicht auf Listen.

 

 

 

Und doch ist leider die Gefahr gegeben,

 

dass wir gar nicht wirklich selber leben,

 

sondern ohne eignen Willen nur gelebt und manipuliert werden

 

und mit gerissen sind von dem Sündenstrom auf Erden.

 

 

 

Gott wünscht sich aber einen andern großen Bach und Fluss:

 

Echtes, wahres Recht soll fließen, für Gott ist das ein Muss!

 

Echtes, wahres Recht, ist lieblich wie ein Kuss!

 

 

 

Aber mit dem Recht, stehts auch bei uns so gut nicht mehr

 

Allzuoft wird der Reiche über den Armen der Herr.

 

 

 

Die großen Konzerne mit ihren Abteilungen des Rechtes

 

erstreiten Sonderrechte, für die Kleinen bleibt nur Schlechtes.

 

 

 

Wer mutig Skandale aufdeckt, dem werden Lektionen verpasst

 

er wird nicht geehrt, er kommt dafür in den Knast.

 

 

 

Nun frag ich mich, was Gott uns heute durch Amos sagt,

 

ob Gott uns peinlich nach unserem schlechten Gewissen fragt?

 

 

 

Ob Gott auch uns für reich und geizig hält,

 

und ob ihm unser Singen am Ende nicht gefällt?

 

 

 

Ob unsre kleinen Spenden am Ende Gott zu viel sind,

 

und unsre kleinen Zusammenkünfte nicht nach Gottes Stil sind?

 

 

 

Ich denke hin und her und mir wird endlich klar

 

dass diese Botschaft Gottes für uns gedacht nicht war.

 

 

 

Vielleicht woll´n diese ernsten Worte uns positiv nur etwas sagen

 

und möchten uns gar nicht so negativ verklagen.

 

 

 

Gott freut sich doch, wenn wir in seine Kirche eilen,

 

selbst wenn wir nur im Jahr 2 oder dreimal hier verweilen.

 

 

 

Gott freut sich über jeden, der für andere Zeit verschenkt

 

und nicht nur an sich, sondern auch an die Gemeinschaft denkt.

 

 

 

Und auch wenn unsere Gemeinde nicht zu den Reichen zählt,

 

hat Gott uns doch für seinen Reichtum gerne auserwählt.

 

 

 

Gott segnet uns und ER macht aus wenigem viel.

 

In ihm sind wir reich, weil Gott es so will.

 

 

 

Das Scherflein der Witwe zählt

 

mehr als der dicke Batzen Geld.

 

 

 

Und unser schmaler aber froher Gesang,

 

der hört sich bei Gott wie ein Bachchor an.

 

 

 

Doch es ist nicht genug, arm und schwach zu sein

 

ein demütiges Herz ist vor Gott sehr sehr fein.

 

 

 

Gott kommt es auf´s Herz an, tief drinnen im Kern!

 

Ist es barmherzig, liebt es den Herrn?

 

 

 

Gott hat keine Freude am Chaos auf Erden,

 

Er möchte, dass für alle Frieden soll werden.

 

 

 

Ohne Recht und Gerechtigkeit kann es nicht geschehn!

 

Ohne Recht und Gerechtigkeit ist kein Friede zu sehn.

 

 

 

Es ist ein Problem, wenn das Recht vor Gericht

 

nicht mehr dem Rechtsempfinden des Volkes entspricht.

 

 

 

Es ist ein Problem, wenn nur durch viel Geld

 

Recht zu bekommen ist in dieser Welt.

 

 

 

Oder wenn Du zwar Recht hast, doch du erreichst es nicht,

 

weil die Bürokratie Dir den Nacken zerbricht.

 

 

 

Dann ist das Recht nur ein Tropfen auf heißen Stein

 

und das System, das beherrscht, ist ganz gemein.

 

 

 

Doch Wasser soll strömen und wir vor Freude singen,

 

der Bach soll immer frisches Wasser bringen

 

 

 

Denn Wasser, das ist Leben in dem Herrn.

 

Am Wasser leben wir ja auch so gern.

 

 

 

Vater Luther war von Gottes Gerechtigkeit entzückt

 

Dass sie nicht fordert, sondern schenkt, hat ihn selig beglückt.

 

 

 

Christus hatte für die Armen immer ein Herz,

 

für die Armen im Geist scheute er keinen Schmerz.

 

 

 

Nun haben die Armen bei Gott einen Stein im Brett

 

und Gott ist zu den Demütigen besonders nett.

 

 

 

Und wo auch wir barmherzig sind, da fließt der Strom,

 

da lässt es sich leben, und deshalb komm!

 

 

 

Und sprich darauf das Amen,

 

Gottes Wort ist ja der Samen.

 

 

 

Daraus sprießt die neue Welt,

 

die uns allen sehr gefällt.