Reimpredigt zu Lukas 10, 38-42 Maria und Martha - Estomihi 2017

Jesus kam in ein Dorf. Da war eine Frau mit Namen Marta, die nahm ihn auf.

 

39 Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu.

 

40 Marta aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragst du nicht danach, dass mich meine Schwester lässt allein dienen? Sage ihr doch, dass sie mir helfen soll!

 

41 Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta, du hast viel Sorge und Mühe.

 

42 Eins aber ist Not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden.

 

 

 

Die Kirchen sind oft schrecklich leer,

 

die Massen kommen nicht mehr her,

 

zu hören auf das göttlich Wort

 

es zieht sie hin zum andern Ort

 

wo's laut ist und wo Spaß soll sein

 

doch meistens ist ein falscher Schein.

 

Aber warum in Kirchen vergeblich warten

 

Gott will doch hinaus zu den Menschen starten!

 

Jesus war da von besonderer Art

 

hat Wanderlust und die Predigt gepaart.

 

Jesus wandert durch's Land von Ort zu Ort

 

ist mal hier und ist mal dort,

 

läuft wunderwirkend durch die Straßen

 

lässt Gutes hören auf den Gassen.

 

Jesus öffnen sich die Herzen und die Türen,

 

Er braucht keine Werbekampagnen durchführen.

 

Als Jesus nun nach Bethanien kam,

 

da hatte die Marta überhaupt keine Scham,

 

den Jesus in ihr Haus zu bitten:

 

"Komm auch zu uns Frauen, sei in der Mitten."

 

Jesus hat sich gerne den Frauen zugewendet

 

ihnen niemals feindliche Signale gesendet,

 

wie es die Pharisäer für richtig hielten

 

und sich als das bessere Geschlecht aufspielten.

 

Jesus macht sich's also im Wohnzimmer bequem

 

doch der Marta ist es gar nicht angenehm,

 

wenn der Tisch sich nicht biegt unter Köstlichkeiten

 

sie will unbedingt für Jesus das Feinste bereiten.

 

Sie verschwindet in der Küche und zwar sofort

 

und Jesus liegt alleine im Wohnzimmer dort.

 

Doch Marta hat auch noch ne Schwester, ne kleine,

 

die meidet die Küche hockt bei Jesus vor die Beine.

 

Ganz schön frech, das gehört sich doch nicht,

 

die Männer allein haben doch Recht aufs Licht.

 

Doch Jesus sah das nicht so eng und kleinlich

 

schließlich schuf Gott die Frauen und es war ihm nicht peinlich.

 

Deshalb himmelt Maria den Jesus ein bissel an

 

und Jesus ist am Himmel ja auch wirklich nah dran.

 

Maria pfeift auf Küche und Herd und ist zum demütigen Dienst nicht bereit,

 

für die Nähe Gottes und die heilsamen Worte des Sohns nimmt sie sich Zeit.

 

Ach es tut auch mir so gut, bei Jesus zu sitzen,

 

dann ist es mir egal, wenn andere schwitzen.

 

Es darf doch sein, die Pflichten auch mal zu vergessen,

 

sich nicht mit Putzen, Kochen auf räumen zu stressen.

 

Die verfluchte Arbeit erwischt dich bald wieder mit Macht,

 

doch für den Mensch im Paradies war Besseres gedacht!

 

Gott ist auf die Erde gekommen um uns zu erlösen,

 

er selbst durch sein Wirken und Leiden befreit uns vom Bösen!

 

Das dürfen wir glauben und uns beschenken lassen,

 

Wer's selber schaffen will hat im Schrank nicht alle Tassen!

 

Jesus war begeistert und zufrieden, dass Maria ihm selig vertraut,

 

und nicht pflichtbewusst voll Sehnsucht zur Küche schaut.

 

Jesus stand der schwere Weg ins Leiden bevor,

 

Sein Leiden und Sterben öffnet ja das Himmelstor.

 

Das müssen wir alle erst mal verstehen,

 

dass bei Gott die Uhren entgegegesetzt gehen.

 

Was verachtet und abgeschrieben vor der Welt,

 

bei Gott am Allermeisten zählt!

 

Doch wer sich vor Gott zu den Starken zählt,

 

der ist bei Gott verworfen und nicht erwählt.

 

Während sich Maria bei Jesus gelassen entspannt,

 

ist die Marta kreuz und quer durch die Küche gerannt.

 

Dann hat sie Maria untätig bei Jesus entdeckt,

 

und alle mit ihrem Tobsuchtsanfall verschreckt:

 

„Hallo, Herr Jesus, wie kannst du das akzeptieren?

 

Tut es dich denn gar nicht genieren,

 

dass diese Göre so ganz aus der Rolle fällt

 

und sich nicht wie eine helfend dienende Frau verhält?

 

Schick sie jetzt aber sofort an den Herd,

 

Ich hab mich zurecht bei dir beschwert!

 

Sonst gehst du ja hungrig von hier fort,

 

erinnerst dich an einen ungastlichen Ort!"

 

Jesus aber ist gekommen einen anderen Hunger zu stillen,

 

den inneren Hunger nach Sinn und Gottes Willen.

 

Wer in seinem Herzen den Frieden gefunden

 

der vergisst auch mal das Essen für Stunden.

 

Fressen könnten wir endlos an allen Tage

 

aber das nimmt dem Gewissen nicht die Plagen.

 

Ja, liebe Leute, was ist denn wirklich wichtig im Leben?

 

Wie sollen sich denn die Prioritäten ergeben?

 

Seien wir doch ehrlich, meistens sind wir getrieben

 

wir werden gelebt und innerlich aufgerieben,

 

und auch in der Kirche wird uns vorgeschrieben

 

tu dieses, lass jenes, ständig tönt es, du musst müssen,

 

dich engagieren und kämpfen und auch noch büssen,

 

sonst bist du niemals ein richtiger Christ.

 

Aber Jesus sagt deutlich, dieses Müssen ist Mist!

 

Verzapft doch nicht so eine schreckliche Qual,

 

der menschenfreundliche Gott ist die bessere Wahl.

 

Ein gutes Teil hat er für die Menschen bereit,

 

ihr braucht nichts vorzuweisen, ihr braucht nur Zeit!

 

Nimm dir die Zeit, wenn Gott in Liebe zu dir spricht

 

und die Ketten deiner Knechtschaft endlich zerbricht.

 

Gott spricht dich frei und ledig und los,

 

du brauchst nicht verzweifeln, seine Gnade ist groß.

 

Maria hat dieses gute Teil sich erwählt,

 

und das ist jetzt das einzige, was zählt.

 

Marta, Marta, du quälst dich, hast Sorgen, brennst aus,

 

das kann es doch nicht sein, Gott ruft Dich da raus!

 

Marta, Marta, du bist doch Gottes liebes Kind,

 

drum raus aus der Küche, geschwind, geschwind!

 

Morgen ist auch noch ein Tag, da kannst du schuften,

 

doch heute sollst du aus der Küche verduften!

 

Denn heute ist hier dein Retter zu Gast,

 

drum gönn dir zu seinen Füßen doch die Rast.

 

Sein Frieden erfüllt dein unruhiges Herz,

 

ja er trägt mit dir den inneren Schmerz.

 

Was dein Jesus Dir schenkt, kann dir keiner mehr rauben,

 

selbst wenn sie vor Zorn gegen dich schnauben,

 

wenn sie Dir drohen, dich zur Verzweiflung bringen,

 

dann wirst du ganz cool von der Gnade Gottes singen.

 

Du bist sein Kind und bestimmt zum ewigen Leben.

 

ER wird dir überfließend aus seinem Reichtum geben.

 

Was für ein Glück, der Herr ist persönlich zu Dir gekommen,

 

Du hast die Gnade ergriffen, ihn ins Herz genommen.

 

Ruhe für Deine Seele hast du gefunden

 

und die Unruhe der Welt überwunden.

 

Dieses Glück sollen doch alle Menschen finden

 

und frei werden von allen ihren Sünden.

 

AMEN.